– Frau N, ich werde Ihnen jetzt ein Nachthemd anziehen.
– Ich will das nicht.
– Frau N, ich will Ihnen ja nur ein Nachthemd anziehen, damit die Frau Doktor Sie untersuchen kann.
– Ich brauch das nicht, das macht ja alles keinen Sinn.
– Ihnen wird ja viel zu warm in Ihrem Pulli. Im Nachthemd ist es viel bequemer.
– Ich mag nicht mehr.
– Frau N, ich will Ihnen ja nur etwas Gutes tun. Lassen Sie mich Ihnen doch das Nachthemd anziehen.
– Ich hab ja soviel Zeugs daheim, das brauch ich nicht. Ich schaff ja die Wäsche gar nicht mehr alleine.
– Die Frau Doktor muss sie nachher untersuchen und das geht mit dem Nachthemd viel einfacher.
– Ich bin ja nur gefallen, wozu das alles.
– Sie haben ja auch ein blaues Auge. Und darum müssen wir schauen, ob Sie sich nicht noch sonst irgendwo verletzt haben. Frau N, dürfen wir Ihnen das Nachthemd anziehen?
– Ich weiß ja gar nicht, ob ich das bezahlen kann.
– Frau N, sie müssen nichts bezahlen, wir machen das gratis.
– Muss ich jetzt alles aufgeben? Meine Wohnung in Döbling?
– Nein, Frau N, Sie müssen nichts aufgeben, Sie bleiben nicht bei uns. Ist Ihnen nicht zu warm in dem Pulli?
– Wo gehen denn jetzt die Leute hin, die mich suchen?
– Wir haben im Pflegeheim Bescheid gesagt, dass Sie bei uns sind. Dürfen wir Ihnen jetzt das Nachthemd anziehen?
– Ich mag nicht mehr.
– Wir wollen Ihnen doch etwas Gutes tun. Sie wollen doch auch noch essen oder sich anziehen.
– Nein, anzünden möcht ich mich nicht. Aber wenn mich wer anzünden würd…
– Frau N, dürfen wir wir Ihnen wenigstens die Schuhe ausziehen. Mit Schuhen liegt man doch nicht im Bett.
– Ich bin ja nur gefallen. Wie schon oft in letzter Zeit.
– Ja Frau N, darum sind Sie jetzt bei uns. Sie haben etwas Blut im Kopf und darum müssen wir eine Zeitlang beobachten, ob es Ihnen gut geht.
– Ich will mit meinem Dr. B reden, der soll dann mal was G’scheites sagen.
– Ist das Ihr Hausarzt?
– Ja, aber der ist jetzt ja gar nicht da.
– Frau N, dürfen wir Ihnen die Schuhe ausziehen, Sie machen uns ja das Laken schmutzig.
– …ja