Und plötzlich stehst du beim Lift und denkst dir „Scheiße, das war’s jetzt!“ 25 Jahre – dein halbes Leben – hast du in dieser Firma verbracht. Mit einigen Kollegen hast du mehr als 20 Jahre zusammen gearbeitet, mit vielen mehr als 10 Jahre. Hast miterlebt, wie sie sich verliebt und Kinder bekommen haben, wie sie weiß geworden sind. Und auch du bist älter geworden – mit allen anderen. Hast gemeinsam die Hochs und Tiefs in dieser Firma durchgemacht, Entlassungswellen überlebt und Erfolge gefeiert. Dabei sind Freundschaften geschlossen worden – und auch Feindschaften. Es ist etwas Einmaliges entstanden, von dem wir alle ein Teil geworden sind.

Und nun ist es vorbei – unwiederbringlich.

  • Nie mehr den Code compilieren und debuggen, den du in den letzten 20 Jahren lieben und hassen gelernt hast.
  • Nie mehr mit den Kollegen gemeinsam eine neue Release oder einen Service Pack feiern.
  • Nie mehr in der Raucher-Küche bei einem Kaffee plaudern.
  • Nie mehr das Gefühl einem Kunden bei der Lösung eines Calls geholfen zu haben.
  • Kein gemeinsames Tüfteln mehr, wie wir etwas am Besten umsetzen.
  • Nie mehr stolz die neuen Features präsentieren, die das Team geschafft hat.
  • Keine Diskussionen mehr aus dem Sternchen Team Zimmer.
  • Kein neuer Sprint mit coolen Features.
  • Kein Brainstorming mehr, was wir besser machen können.
  • Keine blöden Kommentare der Kollegen mehr.
  • Keine Diskussionen mehr im CTO Zimmer, wessen Lösung die bessere ist.
  • Nie mehr der Spirit, wenn alle mit anpacken, um ein Problem zu lösen.

Natürlich bist du auch froh, dass es vorbei ist. Es hat weh getan und wütend gemacht, in den letzten Wochen zuzusehen, wie die Leistung der vergangenen Jahre, alles, was wir gemeinsam aufgebaut haben und auf das wir stolz sind, mit Füßen getreten und Stück für Stück zerstört wurde. Du hast probiert, zu argumentieren, zu erklären, warum wir dieses und jenes getan haben, warum nicht alle Dinge so einfach sind, wie man es sich wünschen würde. Wolltest retten, was noch zu retten ist. Vergeblich – es hat niemanden interessiert. Schließlich hast du aufgegeben. Es war ein Kampf gegen amerikanische Windmühlen, der dich nur zermürbt hat.

Trotzdem tut es weh.

Danke, an alle, die dabei waren.

The Watchdog